Wie viel Futter braucht eine Katze pro Tag?

Wie viel Katzenfutter am Tag in den Napf gehört, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Die eine Katze lässt regelmäßig etwas übrig, während eine andere Fellnase ihren Napf leer frisst und direkt so tut, als hätte sie seit Tagen nichts mehr bekommen. Aber braucht die zweite Katze deshalb wirklich mehr Futter?

Eine feste Futtermenge, die für jede Katze passt, gibt es leider nicht. Neben dem Gewicht der Katze spielen auch das Alter, die Aktivität, eine mögliche Kastration und natürlich das verwendete Katzenfutter eine wichtige Rolle. Besonders entscheidend ist, wie viele Kalorien das Futter enthält.

Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung ist deshalb immer nur ein Ausgangspunkt. Letztendlich muss die Futtermenge so angepasst werden, dass die Katze ihr gesundes Gewicht hält und weder dauerhaft zu- noch abnimmt.

Katze vor einem Futternapf mit Küchenwaage

Wie viel Futter braucht eine Katze täglich?

Eine durchschnittlich große Katze wiegt häufig ungefähr 4 Kilogramm. Eine kastrierte Wohnungskatze mit diesem Gewicht benötigt je nach Aktivität ungefähr 130 bis 190 Kilokalorien am Tag. Eine sehr aktive Katze oder ein Freigänger kann dagegen auch ungefähr 250 Kilokalorien oder mehr benötigen.

Wie viele Gramm Katzenfutter diesen Kalorien entsprechen, hängt komplett vom jeweiligen Futter ab. Enthält ein Nassfutter beispielsweise 100 Kilokalorien pro 100 Gramm, wären 190 Kilokalorien auch 190 Gramm Futter. Enthält ein anderes Nassfutter nur 80 Kilokalorien pro 100 Gramm, wären für dieselbe Energiemenge bereits ungefähr 238 Gramm nötig.

Genau deshalb kann man nicht pauschal sagen, dass jede Katze mit 4 Kilogramm Körpergewicht beispielsweise 200 Gramm Katzenfutter bekommen sollte. 200 Gramm sind nicht bei jedem Futter dieselbe Menge an Energie.

Futtermenge für Katzen nach Gewicht

Die folgende Tabelle zeigt ungefähre Richtwerte für gesunde, ausgewachsene und kastrierte Wohnungskatzen mit einem normalen Gewicht. Die angegebenen Futtermengen sind Beispiele für ein Nassfutter mit 100 Kilokalorien pro 100 Gramm und ein Trockenfutter mit 400 Kilokalorien pro 100 Gramm.

Gewicht der Katze Kalorien pro Tag Nassfutter pro Tag Trockenfutter pro Tag
2 kg ca. 85–120 kcal ca. 85–120 g ca. 21–30 g
3 kg ca. 110–160 kcal ca. 110–160 g ca. 28–40 g
4 kg ca. 130–190 kcal ca. 130–190 g ca. 33–48 g
5 kg ca. 150–220 kcal ca. 150–220 g ca. 38–55 g
6 kg ca. 175–250 kcal ca. 175–250 g ca. 44–63 g
7 kg ca. 190–275 kcal ca. 190–275 g ca. 48–69 g
8 kg ca. 210–300 kcal ca. 210–300 g ca. 53–75 g

Wichtig: Die Grammangaben in der Tabelle passen nur zu den genannten Beispielwerten. Hat das verwendete Katzenfutter einen anderen Kaloriengehalt, verändert sich die benötigte Menge entsprechend. Eine aktive Katze benötigt außerdem meist mehr Futter als eine eher gemütliche Wohnungskatze.

Bei übergewichtigen Katzen sollte nicht einfach das aktuelle Körpergewicht als Grundlage genommen und die Futtermenge plötzlich stark reduziert werden. Katzen dürfen nicht zu schnell abnehmen. Eine geplante Gewichtsabnahme sollte deshalb am besten mit einem Tierarzt besprochen werden.

Wie berechnet man die richtige Futtermenge?

Auf der Dose, dem Frischebeutel oder dem Futtersack befindet sich häufig eine Angabe zum Energiegehalt. Diese wird meistens als Kilokalorien pro 100 Gramm oder als Megajoule pro Kilogramm angegeben. Falls der Kaloriengehalt nicht auf der Verpackung steht, kann er häufig auf der Internetseite des Herstellers gefunden oder direkt beim Hersteller erfragt werden.

Wenn der tägliche Kalorienbedarf und der Kaloriengehalt des Futters bekannt sind, lässt sich die Futtermenge einfach berechnen:

Täglicher Kalorienbedarf geteilt durch die Kalorien pro 100 Gramm und anschließend mit 100 multiplizieren.

Unsere Beispielkatze benötigt 190 Kilokalorien am Tag. Das Nassfutter enthält 100 Kilokalorien pro 100 Gramm:

190 : 100 × 100 = 190 Gramm Nassfutter am Tag.

Enthält das Futter dagegen 80 Kilokalorien pro 100 Gramm, sieht die Rechnung so aus:

190 : 80 × 100 = ungefähr 238 Gramm Nassfutter am Tag.

Die Kalorienangabe ist für eine genaue Berechnung also deutlich hilfreicher als eine allgemeine Aussage wie „eine Dose pro Tag“. Schließlich gibt es Dosen mit 200, 400 oder 800 Gramm und auch der Energiegehalt der verschiedenen Sorten unterscheidet sich.

Nassfutter und Trockenfutter nicht direkt vergleichen

Bei Nassfutter besteht ein großer Teil des Inhalts aus Flüssigkeit. Deshalb darf und muss eine Katze davon deutlich mehr Gramm fressen als von Trockenfutter.

Trockenfutter enthält nur wenig Wasser und ist dadurch deutlich energiereicher. Eine kleine Schale Trockenfutter kann daher genauso viele Kalorien enthalten wie eine wesentlich größer wirkende Portion Nassfutter. Wer Trockenfutter einfach nach Gefühl nachfüllt, kann die benötigte Tagesmenge schnell überschreiten.

Eine größere Menge Nassfutter bedeutet also nicht automatisch, dass die Katze zu viel bekommt. Andersherum ist eine kleine Menge Trockenfutter nicht automatisch wenig. Entscheidend sind immer die enthaltenen Kalorien.

Nassfutter und Trockenfutter zusammen füttern

Wer Nassfutter und Trockenfutter am selben Tag gibt, muss beide Mengen zusammenrechnen. Es funktioniert nicht, die volle Tagesration Nassfutter zu geben und zusätzlich die komplette empfohlene Menge Trockenfutter in den Napf zu stellen. Damit würde die Katze zwei Tagesrationen erhalten.

Nehmen wir wieder unsere Katze mit einem Tagesbedarf von 190 Kilokalorien. Sie bekommt zunächst 100 Gramm Nassfutter mit 100 Kilokalorien pro 100 Gramm. Damit hat sie bereits 100 Kilokalorien aufgenommen und es bleiben noch 90 Kilokalorien übrig.

Enthält das Trockenfutter 400 Kilokalorien pro 100 Gramm, entsprechen die übrigen 90 Kilokalorien ungefähr 22 Gramm Trockenfutter. Die Tagesration wäre in diesem Beispiel also:

  • 100 Gramm Nassfutter
  • ungefähr 22 Gramm Trockenfutter

Ob beides in einer Mahlzeit oder über den Tag verteilt gegeben wird, bleibt natürlich auch von den Vorlieben der Katze abhängig. Wichtig ist nur, dass am Ende nicht mehr im Napf landet als geplant.

Welche Faktoren beeinflussen die Futtermenge?

Das Körpergewicht alleine reicht nicht aus, um die richtige Futtermenge einer Katze festzulegen. Unter anderem spielen folgende Punkte eine Rolle:

  • Aktivität: Ein Freigänger, der viel läuft, klettert und jagt, benötigt normalerweise mehr Energie als eine ruhige Wohnungskatze.
  • Kastration: Nach einer Kastration sinkt bei vielen Katzen der Energiebedarf. Gleichzeitig kann der Appetit steigen, weshalb die Gewichtsentwicklung genauer beobachtet werden sollte.
  • Alter: Junge Katzen im Wachstum brauchen im Verhältnis zu ihrem Gewicht besonders viel Energie. Bei älteren Katzen kann sich der Bedarf ebenfalls verändern.
  • Körperbau: Eine große und schlanke Katze kann trotz eines höheren Gewichts weniger Fett besitzen als eine deutlich kleinere Katze.
  • Gesundheit: Krankheiten, Medikamente, eine Trächtigkeit oder das Säugen von Kitten können den Futterbedarf stark verändern.
  • Kaloriengehalt: Je energiereicher das Futter ist, desto weniger Gramm werden benötigt.

Wie viel Futter brauchen Kitten?

Die Tabelle für erwachsene Katzen kann nicht einfach für Kitten übernommen werden. Kleine Katzen befinden sich noch im Wachstum und benötigen im Verhältnis zu ihrem Gewicht deutlich mehr Energie als ausgewachsene Katzen.

Bis zu einem Alter von ungefähr vier Monaten kann der Energiebedarf etwa zwei- bis zweieinhalbmal so hoch sein wie der Erhaltungsbedarf einer erwachsenen Katze. Danach sinkt der zusätzliche Bedarf schrittweise, bleibt aber bis zum Ende des ersten Lebensjahres erhöht.

Kitten haben außerdem einen kleinen Magen. Deshalb sollte die tägliche Futtermenge auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt werden. Eine regelmäßige Kontrolle des Gewichts hilft dabei, die Futtermenge während des Wachstums anzupassen.

Wie viele Mahlzeiten sollte eine Katze bekommen?

Katzen fressen von Natur aus lieber mehrere kleine Portionen als eine einzige riesige Mahlzeit. Für viele ausgewachsene Katzen sind mindestens zwei bis drei Mahlzeiten am Tag sinnvoll. Wenn es im Alltag möglich ist, kann die Tagesration auch auf noch mehr kleine Portionen verteilt werden.

Wichtig ist dabei, dass nicht jede einzelne Portion zusätzlich gegeben wird. Die vorher festgelegte Tagesmenge wird lediglich aufgeteilt. Bekommt eine Katze beispielsweise 200 Gramm Nassfutter am Tag, können daraus vier Mahlzeiten mit jeweils 50 Gramm gemacht werden.

Nassfutter sollte nicht den ganzen Tag ungekühlt stehen bleiben. Was von einer größeren Dose übrig bleibt, gehört verschlossen in den Kühlschrank. Mehr darüber erfahrt ihr in unserem Ratgeber zur Frage, wie lange Katzenfutter im Kühlschrank haltbar ist.

Leckerlis gehören ebenfalls zur Tagesration

Katzenleckerlis, Pasten, ein Stück Fleisch oder Trockenfutter als Belohnung werden bei der Berechnung gerne vergessen. Aber natürlich enthalten auch diese Snacks Kalorien.

Leckerlis sollten insgesamt weniger als 10 Prozent der täglich aufgenommenen Kalorien ausmachen. Bekommt eine Katze viele Leckerlis, muss die Menge beim normalen Katzenfutter entsprechend reduziert werden. Besonders bei kleinen Katzen können ein paar scheinbar harmlose Snacks bereits einen beträchtlichen Teil des Tagesbedarfs ausmachen.

Woran erkennt man die richtige Futtermenge?

Auch die beste Tabelle liefert am Ende nur einen Ausgangspunkt. Ob die Futtermenge wirklich zur Katze passt, zeigt sich an ihrer körperlichen Entwicklung.

Bei einer Katze mit einem gesunden Gewicht sollten die Rippen beim vorsichtigen Streichen über den Brustkorb gut tastbar, aber nicht deutlich sichtbar sein. Von oben betrachtet sollte hinter dem Brustkorb eine leichte Taille erkennbar sein. Verschwinden die Rippen unter einer immer dickeren Polsterung oder nimmt die Katze regelmäßig zu, ist die Futtermenge vermutlich zu hoch.

Wir empfehlen, die Katze regelmäßig zu wiegen. Das muss nicht jeden Tag geschehen. Eine Kontrolle alle zwei bis vier Wochen reicht normalerweise aus, um Veränderungen frühzeitig festzustellen. Bleibt das Gewicht stabil und befindet sich die Katze in einer guten körperlichen Verfassung, passt die Futtermenge wahrscheinlich.

Nimmt eine Katze trotz unveränderter Fütterung plötzlich deutlich zu oder ab, frisst ungewöhnlich viel oder verweigert ihr Futter, sollte dies von einem Tierarzt abgeklärt werden.

Kann man sich auf die Fütterungsempfehlung verlassen?

Die Fütterungsempfehlung des Herstellers ist ein sinnvoller Startpunkt, aber keine exakte Vorgabe für jede Katze. Hersteller kennen zwar den Kaloriengehalt ihres Futters, aber nicht die Aktivität, den Körperbau und den Gesundheitszustand der Katze, die später daraus frisst.

Startet am besten mit der empfohlenen Menge und beobachtet anschließend das Gewicht der Katze. Nimmt sie zu, wird die Tagesmenge etwas reduziert. Nimmt sie ab, obwohl sie ihr Idealgewicht halten soll, kann die Menge vorsichtig erhöht werden.

Wer genauer wissen möchte, was neben der Fütterungsempfehlung noch auf einer Dose steht, findet weitere Informationen in unserem Artikel über die Deklaration von Katzenfutter.

Wie viel Katzenfutter am Tag? Unser Fazit

Die richtige Futtermenge hängt nicht nur vom Gewicht der Katze ab. Alter, Aktivität, Kastration, Körperzustand und vor allem der Kaloriengehalt des Katzenfutters müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Kurz gesagt: Die Angaben auf der Verpackung sind ein guter Anfang, die Waage und der körperliche Zustand der Katze liefern aber die bessere Antwort. Wenn die Katze ihr gesundes Gewicht hält, aktiv ist und weder sichtbar zu dünn noch zu dick wird, wurde die tägliche Futtermenge wahrscheinlich ziemlich gut getroffen.

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