Wie oft sollte man eine Katze füttern?

Morgens vor der Arbeit und abends nach dem Feierabend: Viele Katzen bekommen zweimal am Tag etwas zu fressen. Andere Katzen haben den ganzen Tag einen gefüllten Napf zur Verfügung oder bekommen mehrere kleine Portionen. Aber wie oft sollte man eine Katze eigentlich füttern?

Eine einzige Antwort, die für jede Katze passt, gibt es auch hier nicht. Das Alter, die Gesundheit, die Aktivität und natürlich auch die Vorlieben der Katze spielen eine Rolle. Grundsätzlich entspricht es dem natürlichen Fressverhalten einer Katze aber eher, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen, als nur eine sehr große Portion anzubieten.

Das bedeutet aber nicht, dass wir den ganzen Tag mit der geöffneten Katzenfutter Dose hinter unserer Fellnase herlaufen müssen. Mit einer festen Tagesration, einem passenden Futterplan und bei Bedarf einem Futterautomaten lassen sich mehrere Mahlzeiten auch gut in einen normalen Alltag integrieren.

Katze wartet vor ihrem Futternapf auf die nächste Mahlzeit

Wie oft sollte eine ausgewachsene Katze gefüttert werden?

Für viele gesunde und ausgewachsene Katzen sind zwei feste Mahlzeiten am Tag grundsätzlich ausreichend. Wenn es sich im Alltag umsetzen lässt, sind drei, vier oder sogar fünf kleinere Portionen aber häufig die bessere Lösung.

Katzen sind von Natur aus keine Tiere, die einmal am Tag eine riesige Mahlzeit fressen und anschließend bis zum nächsten Tag warten. Eine Katze würde mehrere kleine Beutetiere jagen und entsprechend über den Tag und teilweise auch über die Nacht verteilt kleine Mengen fressen.

Mehrere kleine Portionen kommen diesem Verhalten näher. Sie können außerdem verhindern, dass eine sehr hungrige Katze ihre Mahlzeit innerhalb weniger Sekunden verschlingt. Wie häufig gefüttert wird, verändert aber nicht die gesamte Tagesration. Das Futter wird lediglich auf mehr Mahlzeiten verteilt.

Wie viele Mahlzeiten braucht eine Katze?

Die folgende Tabelle kann als Orientierung verwendet werden. Natürlich gibt es auch Katzen, die mit einem anderen Fütterungsrhythmus besser zurechtkommen.

Alter der Katze Mahlzeiten pro Tag Hinweis
Kitten bis 6 Monate mindestens 3, häufig 4 kleine Mahlzeiten Kitten haben einen kleinen Magen und gleichzeitig einen hohen Energiebedarf.
Junge Katzen von 6 bis 12 Monaten 2 bis 3 Mahlzeiten Die Portionen können langsam an den Rhythmus einer ausgewachsenen Katze angepasst werden.
Ausgewachsene Katzen mindestens 2, besser mehrere kleine Mahlzeiten Drei bis fünf kleine Portionen lassen sich häufig gut über den Tag verteilen.
Seniorkatzen 2 bis 4 kleinere Mahlzeiten Der bisherige Rhythmus kann beibehalten werden, solange die Katze gut frisst und ihr Gewicht hält.

Bei Erkrankungen kann ein ganz anderer Fütterungsplan notwendig sein. Das betrifft beispielsweise Katzen mit Diabetes, Nierenproblemen, Erkrankungen des Verdauungstraktes oder starkem Übergewicht. In diesem Fall sollte die Anzahl und Größe der Mahlzeiten mit einem Tierarzt abgestimmt werden.

Warum sind mehrere kleine Mahlzeiten sinnvoll?

Mehrere kleine Portionen haben nicht nur etwas mit der Menge zu tun. Sie beschäftigen die Katze und unterteilen den Tag in mehrere kleine Ereignisse. Gerade für Wohnungskatzen kann Fressen schließlich auch eine Form der Beschäftigung sein.

Kleinere Mahlzeiten können folgende Vorteile haben:

  • Die Katze muss nicht sehr lange auf ihre nächste Mahlzeit warten.
  • Sehr hungrige Katzen schlingen möglicherweise weniger.
  • Die gesamte Tagesration kann besser über den Tag verteilt werden.
  • Kleine Portionen entsprechen eher dem natürlichen Fressverhalten einer Katze.
  • Futter kann mit Suchspielen oder einem Fummelbrett verbunden werden.
  • Bei mehreren Katzen lässt sich besser kontrollieren, welche Katze wie viel frisst.

Natürlich muss eine Katze nicht alle zwei Stunden gefüttert werden. Entscheidend ist, einen Rhythmus zu finden, der zur Katze und zum eigenen Tagesablauf passt.

Die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten verteilen

Ganz wichtig ist, dass aus mehreren Mahlzeiten nicht automatisch mehr Futter wird. Zuerst wird die gesamte Tagesration festgelegt und diese anschließend auf die gewünschte Anzahl an Mahlzeiten verteilt.

Bekommt eine Katze beispielsweise 200 Gramm Nassfutter am Tag, kann die Aufteilung so aussehen:

  • 2 Mahlzeiten: jeweils 100 Gramm
  • 3 Mahlzeiten: jeweils ungefähr 67 Gramm
  • 4 Mahlzeiten: jeweils 50 Gramm
  • 5 Mahlzeiten: jeweils 40 Gramm

Wie groß die gesamte Tagesration sein sollte, erklären wir ausführlicher in unserem Ratgeber Wie viel Futter braucht eine Katze am Tag?. Gewicht, Aktivität und der Kaloriengehalt des Futters müssen dabei berücksichtigt werden.

Beispiele für einen Fütterungsplan

Die genauen Uhrzeiten sind weniger wichtig als ein möglichst verlässlicher Rhythmus. Katzen merken sich schnell, wann normalerweise ihr Futter serviert wird. Das wissen vermutlich alle, die morgens schon vor dem eigentlichen Wecker von einer hungrigen Fellnase geweckt werden.

Zwei Mahlzeiten am Tag

  • Eine Portion am Morgen
  • Eine Portion am Abend

Dieser Rhythmus lässt sich für Berufstätige meistens gut umsetzen. Zwischen den beiden Mahlzeiten liegt allerdings eine längere Pause. Für eine gesunde ausgewachsene Katze kann das funktionieren, wenn sie damit gut zurechtkommt und ihre Portionen nicht zu schnell verschlingt.

Drei Mahlzeiten am Tag

  • Eine Portion am Morgen
  • Eine kleinere Portion am Nachmittag
  • Eine Portion am Abend

Die Portion am Nachmittag kann bei Abwesenheit auch über einen geeigneten Futterautomaten angeboten werden. Bei Nassfutter muss darauf geachtet werden, dass der Automat das Futter bis zur Fütterung ausreichend kühl und frisch hält.

Vier Mahlzeiten am Tag

  • Eine Portion am Morgen
  • Eine Portion am Mittag
  • Eine Portion am frühen Abend
  • Eine kleine Portion vor dem Schlafengehen

Eine kleine späte Mahlzeit kann besonders bei Katzen praktisch sein, die ihre Menschen regelmäßig sehr früh wecken, weil sie Hunger haben. Natürlich darf diese Mahlzeit nicht zusätzlich zur bisherigen Tagesration gegeben werden.

Sollte der Futternapf immer gefüllt sein?

Manche Katzen teilen sich ihr Futter selbstständig ein und gehen über den Tag verteilt immer wieder zum Napf. Bei anderen Katzen funktioniert dies überhaupt nicht. Sie fressen alles sofort auf oder kehren aus Langeweile ständig zum Futter zurück.

Ein dauerhaft gefüllter Napf macht es außerdem schwierig zu kontrollieren, wie viel die Katze tatsächlich frisst. Gerade bei Trockenfutter wird die tägliche Kalorienmenge schnell unterschätzt, da bereits eine kleine Portion sehr energiereich sein kann.

Bei Katzen, die zu Übergewicht neigen, ist das freie Füttern deshalb meistens keine gute Wahl. Hier ist es besser, die Tagesration vorher abzuwiegen und in feste Portionen aufzuteilen.

Nassfutter sollte ohnehin nicht den ganzen Tag offen im Napf stehen. Es trocknet aus und kann besonders bei warmen Temperaturen verderben. Weitere Informationen findet ihr in unserem Artikel darüber, wie lange Katzenfutter im Kühlschrank haltbar ist.

Wie oft sollte man Kitten füttern?

Kitten benötigen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht deutlich mehr Energie als ausgewachsene Katzen. Gleichzeitig ist ihr Magen noch klein. Eine oder zwei große Mahlzeiten wären daher keine gute Lösung.

Bis zu einem Alter von ungefähr sechs Monaten sollten Kitten mindestens drei, besser mehrere kleine Mahlzeiten am Tag bekommen. Die genaue Menge hängt vom Alter, Gewicht und verwendeten Kittenfutter ab.

Zwischen dem sechsten und zwölften Monat kann die Anzahl langsam auf zwei bis drei Mahlzeiten reduziert werden. Die Umstellung muss nicht von heute auf morgen erfolgen. Letztendlich zeigt auch das Verhalten der jungen Katze, wie gut sie mit den Abständen zwischen den Mahlzeiten zurechtkommt.

Wie oft sollte man eine Seniorkatze füttern?

Eine ältere Katze muss nicht alleine wegen ihres Alters plötzlich komplett anders gefüttert werden. Wenn sie mit ihrem bisherigen Fütterungsrhythmus gut zurechtkommt, ihr Gewicht hält und normal frisst, kann dieser grundsätzlich beibehalten werden.

Manche Seniorkatzen nehmen größere Portionen allerdings nicht mehr so gut an oder lassen einen Teil davon stehen. Dann kann es helfen, die Tagesration auf mehrere kleine und frische Mahlzeiten zu verteilen.

Verändert sich der Appetit einer älteren Katze plötzlich, nimmt sie ab oder trinkt sie deutlich mehr als vorher, sollte dies nicht einfach auf das Alter geschoben werden. Solche Veränderungen sollten von einem Tierarzt untersucht werden.

Fütterung in einem Haushalt mit mehreren Katzen

Bei mehreren Katzen ist ein gemeinsam gefüllter Napf zwar bequem, aber nicht unbedingt sinnvoll. Häufig frisst eine Katze schneller und bedient sich anschließend auch am Futter der anderen. Am Ende lässt sich kaum noch feststellen, welche Fellnase wie viel gefressen hat.

Am besten bekommt jede Katze einen eigenen Napf und ausreichend Abstand zu den anderen Katzen. Manche Katzen möchten beim Fressen nicht beobachtet oder bedrängt werden. In diesem Fall können die Näpfe auch in verschiedenen Räumen aufgestellt werden.

Besonders wichtig ist eine getrennte Fütterung, wenn eine Katze ein spezielles Futter benötigt oder eine andere Futtermenge bekommen soll. Auch ein Futterautomat, der sich nur für die passende Katze öffnet, kann in solchen Haushalten hilfreich sein.

Nassfutter und Trockenfutter über den Tag verteilen

Bei einer Mischfütterung kann beispielsweise morgens und abends Nassfutter gegeben werden. Eine kleine, vorher abgewogene Menge Trockenfutter lässt sich tagsüber in einem Fummelbrett, einem Futterspielzeug oder einem Automaten anbieten.

Auch hier gilt wieder: Nassfutter und Trockenfutter müssen zusammen die vorgesehene Tagesration ergeben. Die vollständige Menge Nassfutter und zusätzlich die komplette Tagesempfehlung Trockenfutter wären zu viel. Mehr dazu findet ihr in unserem Ratgeber über das kombinierte Füttern von Nassfutter und Trockenfutter.

Die Katze bettelt ständig nach Futter

Wenn eine Katze ständig nach Futter verlangt, muss sie nicht automatisch zu wenig bekommen. Katzen lernen sehr schnell, mit welchem Verhalten sie ihre Menschen zu einer zusätzlichen Portion oder einem Leckerli bewegen können.

Bei einer Katze, die ihre Tagesration schon bekommt und ihr normales Gewicht hält, kann die Futtermenge auf mehr kleine Mahlzeiten verteilt werden. Dadurch bekommt sie häufiger etwas, ohne insgesamt mehr Kalorien aufzunehmen.

Auch Beschäftigung kann helfen. Nicht jedes Betteln ist richtiger Hunger. Manchmal möchte die Katze Aufmerksamkeit, spielen oder hat schlicht gelernt, dass sich ein besonders überzeugendes Miauen lohnt.

Entsteht der starke Hunger plötzlich, frisst die Katze deutlich mehr als früher oder verliert sie trotz des großen Appetits an Gewicht, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Unser Fazit zur Anzahl der Mahlzeiten

Für viele gesunde und ausgewachsene Katzen sind zwei Mahlzeiten am Tag ausreichend. Mehrere kleinere Portionen entsprechen dem natürlichen Fressverhalten aber besser und können besonders für Wohnungskatzen eine zusätzliche Beschäftigung darstellen.

Ob zwei, drei oder fünf Mahlzeiten: Die gesamte Futtermenge am Tag bleibt gleich und wird lediglich entsprechend aufgeteilt. Wichtig ist ein regelmäßiger Rhythmus, mit dem sowohl die Katze als auch ihre Menschen gut zurechtkommen.

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